Gemischtes, intaktes Rudel
Ich hatte mit Kabou und Cataleya jahrelang ein gemischtes und intaktes „Rudel“. Das zu während der Läufigkeiten zu managen, ist wirklich und ehrlich eine echt große Herausforderung. Für alle Beteiligten!
Solltest du darüber nachdenken, ebenfalls ein intaktes, gemischtes Rudel zu halten, überlege es dir bitte sehr gut. Je Läufigkeit kannst du mit mindestens 1 - 2 wirklich anstrengenden Monaten rechnen. So lief das bei Cataleya und Kabou ab:
Unsere Nervenkostüme wurden da schon mal etwas dünner...
- Bereits ungefähr 3 - 4 Wochen vor ihrer Läufigkeit schien Cataleya schon fantastische Pheromone auszustrahlen. Kabou wurde jedenfalls dann schon „unruhig":
- Er ließ sie nicht mehr aus den Augen.
- Er ließ andere Rüden nicht in ihre Nähe (und "Nähe" definierte er anders, als du vielleicht gerade meinen könntest...).
- Er forderte sie ständig zum Spiel auf ... was er nutzte, um Möglichkeiten zum Aufreiten zu provozieren.
- Er tanzte für sie.
- Er forderte ununterbrochen ihre Aufmerksamkeit.
- Seine Nase klebte nur noch an ihrem Hinterteil.
- Er wollte häufig aufreiten.
- Fand Cataleya Kabous Interesse an ihr anfangs noch toll und stieg auf seine Spielangebote ein, reagierte sie bereits im Laufe der ersten Tage immer genervter und zickiger auf Kabous Avancen.
- Sie bellte.
- Sie knurrte.
- Sie entwindete sich aus seiner Umklammerung.
- Sie schnappte ihn weg.
- Sie sprang mir "unangemeldet" auf den Schoß, um Kabou zu entkommen. (Grundsätzlich ja gar kein Problem, aber wenn ich gerade einen heißen Kaffee in der Hand hielt oder so - durchaus auch mal etwas unangenehm.)
Unsere Nervenkostüme wurden da schon mal etwas dünner...
Aber: Ich liebe meine Kromis!
Hatte die Läufigkeit erst begonnen, stieg Kabous Testosteronspiegel immer weiter:
- Er wollte noch öfter aufreiten.
- Er „belästigte" Cataleya - wenn ich ihn gelassen hätte - ohne Unterlass.
- Er zitterte.
- Er fiepte. (Immerhin jaulte Kabou nicht. Das tun ja auch viele Rüden in dieser Situation.)
- Er klebte förmlich an ihr. Sie konnte keinen Schritt mehr ohne Kabou tun.
- Ein "Nein" von einer Hündin ist doch kein Nein, oder? Die meint doch bestimmt "Ja", oder? Cataleya konnte anstellen, was sie wollte, Kabou hörte einfach nicht auf.
- Auch mein "Nein" wurde von Kabou in dieser Zeit meist nicht mehr wirklich ernst genommen. Wenn überhaupt, kam ich nur noch mit Körpersprache zu ihm durch. Meist musste ich in der Art eingreifen, dass ich Cataleya "rettete" und Kabou auf Abstand hielt.
- Höschen anziehen und/oder ständig das Haus wischen.
- Kabou grunzte alles an, was vier Beine hatte.
- Cataleya zicket andere Hündinnen an.
- Gefühlt mussten beide jeden einzelnen Grashalm markieren.
- Wurde gerade nicht markiert oder gemotzt, wollte Kabou aufreiten.
- Das wollte Cataleya (noch) nicht, also zickte sie ihn an.
- Andererseits wollte sie aber so langsam auch andere Jungs darauf aufmerksam machen, dass sie bald bereit war, und es zog sie dort hin.
- Das wollte Kabou aber nicht, also wurde er wütend.
Ich liebe meine Kromis!
Und dann, ja, dann ging's ja eigentlich erst richtig los: Die Stehtage waren endlich da! HURRA!!!
Nervenkostüm?
Nerven hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt alle schon kaum noch...
Alle drei waren wir nun leicht reizbar.
Die Stimmung heizte sich in vielerlei Hinsicht auf.
- Kabou war nicht mehr Herr seiner Sinne. Ihn anzusprechen machte gar keinen Sinn. Selbst Anstupser realisierte er nicht mehr. Seine Pupillen hatten längst schon Herzform angenommen. Sein Hirn wurde nicht mehr durchblutet, Ohren waren nicht mehr vorhanden. Er stand unter Dauerstress.
- Cataleya, nun auch mehr als nur willig, biederte sich an und rieb ihm ihr Hinterteil unter seine Nase, nur um ihn im nächsten Moment auf eine wilde Jagd durch Haus und Garten zu animieren. Ein wenig bitten lassen, wollte sie sich ja schon auch. ... nicht dass Kabou das ja nun schon seit 4 bis 5 Wochen gemacht hätte...
- Im besten Fall hatte ich schon alles aus dem Weg geräumt, was den beiden bei ihrer irren Toberei im Wege sein konnte. Ansonsten waren Scherben vorprogrammiert.
- Beide fraßen nur noch wenig bis gar nichts und nahmen während dieser Zeit meist ab.
Nervenkostüm?
Nerven hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt alle schon kaum noch...
Alle drei waren wir nun leicht reizbar.
Die Stimmung heizte sich in vielerlei Hinsicht auf.
... und ich liebe meine Hunde so sehr!
Tatsächlich ließ ich meine beiden Schwerstverliebten nun keine einzige Sekunde mehr aus den Augen. Auch nur mal kurz die Soße im Topf umrühren und den beiden dabei den Rücken zudrehen, konnte schon für einen erfolgreichen Deckaktsbeginn ausreichen. Nein - das Risiko einer ungewollten Trächtigkeit (Kabou ist Cataleyas Onkel!) war es mir nicht wert.
Ab sofort war absolut getrennte Haltung angesagt!
Zwar besitze ich ein extrahohes Türgitter (für Kinder) in der Tür zwischen Wohnzimmer und Diele, was ich sogar durch ein Brett zusätzlich erhöhte. Trotzdem konnte Kabou darüber hinwegklettern, wenn er das wirklich wollte. Und glaube mir: Er wollte unbedingt! Aber sie hätten auch direkt durch die Absperrung zur Sache kommen können. Gar kein Problem! Die Absperrung verschaffte also keinerlei Sicherheit - lediglich ein paar Sekunden mehr für mich zum Reagieren. Aber im gleichen Raum wie meine Hunde, musste ich mich trotzdem die ganze Zeit aufhalten.
War ich dabei und hatte ein Auge auf die beiden, durften sie Blick- und Schnüffelkontakt haben. Klingelt es an der Tür und ich will öffnen, bin ich ja eigentlich noch direkt in dem Raum mit dem Türgitter. Trotzdem - die Wohnzimmertür wurde stets geschlossen, wenn ich zur Tür ging: Keinerlei Verliebte-Kromis-Kontakt ohne Frauchens Blick darauf!
Spätestens jetzt brauchte es einiges an Organisation:
Ab sofort war absolut getrennte Haltung angesagt!
Zwar besitze ich ein extrahohes Türgitter (für Kinder) in der Tür zwischen Wohnzimmer und Diele, was ich sogar durch ein Brett zusätzlich erhöhte. Trotzdem konnte Kabou darüber hinwegklettern, wenn er das wirklich wollte. Und glaube mir: Er wollte unbedingt! Aber sie hätten auch direkt durch die Absperrung zur Sache kommen können. Gar kein Problem! Die Absperrung verschaffte also keinerlei Sicherheit - lediglich ein paar Sekunden mehr für mich zum Reagieren. Aber im gleichen Raum wie meine Hunde, musste ich mich trotzdem die ganze Zeit aufhalten.
War ich dabei und hatte ein Auge auf die beiden, durften sie Blick- und Schnüffelkontakt haben. Klingelt es an der Tür und ich will öffnen, bin ich ja eigentlich noch direkt in dem Raum mit dem Türgitter. Trotzdem - die Wohnzimmertür wurde stets geschlossen, wenn ich zur Tür ging: Keinerlei Verliebte-Kromis-Kontakt ohne Frauchens Blick darauf!
Spätestens jetzt brauchte es einiges an Organisation:
- Räumlich getrennte Haltung der Hunde bei Tag und bei Nacht. Jede einzelne Sekunde lang.
- Musste ich das Haus verlassen, musste mich einer der beiden immer begleiten. Arztbesuch, Lebensmittel einkaufen oder Ähnliches war in dieser Zeit also definitiv nicht möglich.
- Getrennte Gassi-Runden. Also nicht mindestens 3x täglich eine ordentliche Runde, sondern mindestens 6x. => Damit waren schon mal mehrere Stunden des Tages dahin.
- Kein Freilauf mehr für die Hunde: Kabou wäre sofort nach Hause zurückgerast und Cataleya hätte alle möglichen Rüden im Dorf besucht.
- Treffen mit Hundefreunden waren nicht (stressfrei) möglich.
- Treffen mit anderen Freunden vermeidet man auch, denn die zwei zu der Zeit sehr stressigen und gestressten Tiere kann man eigentlich niemand Anderem antun.
... und ich liebe meine Hunde trotzdem so sehr!
Sind die Stehtage „endlich" vorbei wurde Cataleya wieder sehr deutlich in ihren Ansagen Kabou gegenüber. Er brauchte aber meist noch ein paar Tage, um zu realisieren, dass auch diese Gelegenheit vorbeigezogen war, ohne dass er zum Zuge kommen konnte, was noch bis zu eine Woche lang zu Gezanke zwischen den beiden führen konnte.
Dann brauchten wir alle erst mal Ruhe und Erholung sowie ganz viele Gruppenkuschel-Stunden.
Dann brauchten wir alle erst mal Ruhe und Erholung sowie ganz viele Gruppenkuschel-Stunden.
Ich liebe meine Hunde noch viel mehr!
Übrigens:
Der tolle Geruch, den die Hunde (also auch alle fremden) wahrnehmen, haftete Cataleya durchaus noch ein paar Wochen an. Das hieß, draußen musste ich sie noch weiter vor aufdringlichen Rüden beschützen. Ich bin sehr dankbar, dass Kabou darauf nicht mehr reagiert hatte.
Allerdings drehte er ungefähr 8 - 9 Wochen nach den Stehtagen erneut am Liebesrad. Das ist der Zeitpunkt, zu dem der Wurftermin anliegen würde, wenn Cataleya belegt worden wäre. Auch eine nicht trächtige Hündin dann einen Hormonwechsel, der für viele Rüden - so auch für Kabou - wieder sehr stimulierend riecht.
Eine weitere anstrengende Woche für uns...
Der tolle Geruch, den die Hunde (also auch alle fremden) wahrnehmen, haftete Cataleya durchaus noch ein paar Wochen an. Das hieß, draußen musste ich sie noch weiter vor aufdringlichen Rüden beschützen. Ich bin sehr dankbar, dass Kabou darauf nicht mehr reagiert hatte.
Allerdings drehte er ungefähr 8 - 9 Wochen nach den Stehtagen erneut am Liebesrad. Das ist der Zeitpunkt, zu dem der Wurftermin anliegen würde, wenn Cataleya belegt worden wäre. Auch eine nicht trächtige Hündin dann einen Hormonwechsel, der für viele Rüden - so auch für Kabou - wieder sehr stimulierend riecht.
Eine weitere anstrengende Woche für uns...